Licht - ein entscheidender Faktor in unserem Leben

Licht tut gut, schafft Atmosphäre und beeinflusst unsere Stimmung. Eine richtige Beleuchtung sollte daher vor allem beim Neubau gut und lange im Voraus geplant sein. In jedem Raum werden Sie anderen Aktivitäten nachgehen: Lesen, Arbeiten, Spielen oder Wohlfühlen. Eine sorgfältige Auseinandersetzung mit den Faktoren Bedürfnis, Design, Energieeffizienz und Funktionalität lohnt sich allemal.

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Lichtplaner: ein neuer Berufszweig
Soll das Licht in einem Neubau oder bei Umbauten gut geplant werden, müssen Architekt und Elektroplaner eng zusammenarbeiten, wobei vorerst die Bedürfnisse des Bauherrn geklärt werden müssen. Hier tritt der Lichtplaner oder Lichtdesigner in Aktion. Dies ist ein relativ neuer Berufszweig. Eine offizielle Ausbildung gibt es in der Schweiz erst seit 2000. Viele Lichtdesigner sind Quereinsteiger, die zuvor als Innenarchitekten oder Elektroinstallateure gearbeitet haben. In drei Lehrgängen erlernen sie das notwendige Fachwissen, so dass sie danach in der Lage sind, kreative und komplexe Belichtungskonzepte für innen oder aussen zu erstellen. Auf der Website des Verbands Lightmakers finden Sie Adressen von innovativen Lichtplanern, die sich professionell mit Licht, Beleuchtung und Leuchten auseinandersetzen.

Die Nachfrage nach Belichtungskonzepten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Denn dank intensiver Forschung weiss man heute, dass Licht nicht nur visuellen Ansprüchen dient, sondern auch emotionale und biologische Auswirkungen auf den Menschen hat. Moderne Belichtungskonzepte fördern Wohlbefinden, Stimmung und Gesundheit des Menschen (Flyer Licht für den Menschen). Dieses Wissen wird heute bewusst eingesetzt, so auch beim Neubau des Pflegeheims Appenzell (2013-2016), wo man biodynamische LED-Quellen für das Wohlbefinden in den Gemeinschaftsräumen einsetzte. Auch im Industriebereich sind Lichtplanung und innovative LED-Produkte ein gefragtes Thema, wie die erfolgreiche Firma IMS Industrial Micro Services GmbH mit Sitz in Winterthur zeigt.

Dank Lichtmanagement Energie sparen
Eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema Licht lohnt sich bereits in der Planungsphase des Neubaus. Sie erspart Ihnen spätere Enttäuschungen und kostspielige Nachbesserungen. Wo können die praktischen Deckeneinbauleuchten im Flur oder Badezimmer platziert werden? Eine wichtige Frage bevor die Decken betoniert werden. Oder vielleicht liesse sich das Licht im Treppenhaus auch modern in den Fussboden einsetzen? Die Erfahrung hat gezeigt: Planen Sie lieber ein paar Steckdosen mehr ein, denn die Raumbedürfnisse können sich mit der Zeit ändern. Eine anfängliche Bibliothek könnte zum Kinderzimmer umfunktioniert werden. Eine Abstellkammer später zum Hobbyraum.

Wer komfortabel Energie sparen möchte, entscheidet sich für ein modernes Lichtmanagement, das heute auch für Privathaushalte bereits erschwinglich ist. Lichtmanagement-Systeme schalten die Beleuchtung automatisch ein und aus und werden von zentralen BUS-Systemen gesteuert. Dank der intelligenten Gebäudesystemtechnik können Sie Heizung, Lüftung, Klimaanlage, Überwachungssysteme, Jalousien und sogar die gewünschte Beleuchtung steuern. High-Tech in den eigenen vier Wänden. Dabei übernehmen zum Beispiel integrierte Sensoren die Führung des Lichtes. Toiletten, Flure oder Hauseingänge werden auf diese Weise optimal beleuchtet und das Licht bleibt nur solange als nötig an.

Licht ist nicht gleich Licht

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Im Innenbereich unterscheidet der Fachmann drei Arten von Licht. Je nachdem wie Licht eingesetzt und welchen Zweck es erfüllen soll: die Hintergrundbeleuchtung, das Akzentlicht und die Zonen-Beleuchtung. Die ideale Beleuchtung ist dabei ein ausgewogenes Verhältnis dieser drei Lichtquellen.

Die Hintergrundbeleuchtung in Form von Lampen, die an der Decke oder an der Wand montiert sind, erzeugt das Raumlicht. Idealerweise lässt sie sich dimmen. Sie erleichtert die Orientierung und glättet grosse Helligkeitsunterschiede, so dass die Augen nicht allzu sehr ermüden. Indirektes Licht wirkt leicht und unaufdringlich, weil es kaum Schatten wirft.

Allerdings wirkt nur indirektes Licht schnell langweilig. Abhilfe schafft hier das Akzentlicht, das für Abwechslung sorgt und einzelne Möbel, Bilder oder Sammlerstücke ins rechte Licht rückt. Das Akzentlicht kann ein Spot, eine dimmbare Lampe, aber auch eine einfache Kerze sein, die für eine gemütliche Atmosphäre sorgt.

Das Zonenlicht wird auch Arbeits-Beleuchtung genannt. Es beleuchtet jene Bereiche, wo helles Licht zum Arbeiten oder aber auch zum Lesen benötigt wird. Geeignet sind dafür flexible Lampen, die das Licht dorthin lenken können, wo man es braucht.

Das richtige Licht in jedem Zimmer
Wie gehen Sie nun in der Lichtplanung vor? Gehen Sie in Gedanken jedes Zimmer durch und fragen Sie sich, wo Sie welche Möbel hinstellen und wo Sie welche Aktivitäten ausüben wollen. Wie viel Licht wird zu welchem Zweck an welchem Platz gebraucht? Und sind die Räume eingerichtet? Wünscht sich die Dame des Hauses vielleicht sogar eine farbige Wohnwand? Klar ist: Helle Räume benötigen weniger Licht als dunkel eingerichtete Zimmer.

FLUR:
Ein freundlicher Empfangsbereich sollte hell sein und willkommen heissen. Daher ist hier vor allem ein gutes Raumlicht wichtig. Ein langer Flur verlangt nach mehreren Lampen, damit er ausreichend ausgeleuchtet ist. Lichtsensoren wären eine energiesparende Variante.

SCHLAFZIMMER:
Im Schlafzimmer sollte das Licht dimmbar sein. Wer im Bett noch lesen mag, kann eine helle Spotlampe neben oder oberhalb des Betts anbringen.

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KINDERZIMMER:
Neben der Raumleuchte benötigen Kinder eine Lampe neben dem Bett. Wenn sie bereits in der Schule sind, sorgt eine weitere Tischlampe für richtiges Licht auf ihrem Arbeitstisch. Und vielleicht ist dem Junior die Spotlampe für seine Legosammlung noch wichtig. Gerade in Kinderzimmern sind Sparlampen eine clevere Lösung, um Energie zu sparen. Denn allzu oft vergessen die Kinder das Licht zu löschen.

WOHNBEREICH:
Im Wohnzimmer will die Familie lesen, entspannen, spielen oder auch arbeiten. Eine einzelne Lichtquelle kann hier nicht allen Bedürfnissen gerecht werden. Wir müssen hier in Zonen denken und das Licht dorthin lenken, wo es benötigt wird.ESSZIMMER:
Auf dem Esstisch sollte es hell sein. Ideal sind hier Hängelampen, deren Unterkante jedoch nicht tiefer als 60 cm über der Tischfläche montiert werden soll. Knapp über Augenhöhe blendet sie nicht und behindert auch nicht das Gespräch mit Ihren Gästen. Für Stimmung könnte eine weitere Lampe auf der Anrichte, Regal oder Fenstersims sorgen.

KÜCHE:
In der Küche wird fleissig gearbeitet, da muss es hell sein. Deckenleuchten sollten so montiert sein, dass sie ihr Licht im steilen Winkel auf den Arbeitsbereich werfen und keine Schatten bilden. Das Kochfeld ist bereits gut mit den integrierten Spotlampen aus dem Dampfabzug beleuchtet. Vielleicht wünschen Sie auch noch Lampen an der Unterseite der Oberschränke?

ARBEITSZIMMER:
Hier muss es hell und sachlich sein. Eine gute, schwenkbare Arbeitslampe ist in diesem Raum gut investiert.

BAD:
Die richtige Beleuchtung im Bad ist gar nicht so einfach. Eine einzelne Glühbirne an der Decke ärgert den Hausmann beim Rasieren oder die Tochter beim Schminken. Besser eignen sich zwei senkrecht angebrachte Fluoreszenzröhren links und rechts vom Spiegel. Nur so sind der Spiegel und die Person, die davor steht, gut beleuchtet.

GARTEN UND BALKON:

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Vergessen Sie bei Ihrem Lichtkonzept nicht den Aussenbereich. Denn Terrasse und Garten wollen ebenfalls in stimmungsvolles Licht eingetaucht werden.

Im Flyer "Ideen für Gutes Licht zum Wohnen" (Heft 14) finden Sie weitere Anregungen für Ihr Eigenheim oder auch Checklisten als Arbeitsgrundlage für Ihre Lichtplanung und -installation.

LEDs haben die Welt des Lichts revolutioniert
Wir wissen nun, dass für eine gute Beleuchtung vor allem die richtige Platzierung im Raum entscheidend ist. Wie ist es aber mit den Leuchten? Auf welche Kriterien sollte man hier achten? Moderne Lampen gibt es in vielen verschiedenen Formen, Designs und preislichen Kategorien. Eines haben sie gemeinsam: Sie sind zum Glück energieeffizienter geworden. Die sogenannte Energieetikette zeigt die Energieeffizienz der Lampe an. A steht für niedrigen, G für hohen Stromverbrauch. Als Ersatz für die stromfressenden Glühlampen stehen heute grundsätzlich 3 moderne Technologien zur Wahl:

  • Halogen-Glühlampe: Einsparung bis ca. 50 % Energie gegenüber der Glühlampe
  • Sparlampen: Einsparungen bis 80 %
  • LED-Lampen: Einsparungen mind. 80 %

Halogenlampen erzeugen ein brillantes, angenehm-weisses Licht. Es gibt sie für die normale Netzspannung oder als Niedervolt-Halogenlampe mit Transformator. Diese sind besonders energieeffizient. Halogenlampen werden gerne für direktes, gerichtetes Akzentlicht eingesetzt.

Energiesparlampen arbeiten mit einem elektronischen Vorschaltgerät und lassen sich neuerdings auch dimmen. Da ihr Licht nicht das gesamte Farbspektrum aufweist, sollte es im Wohnbereich immer mit LEDs oder Halogenlicht kombiniert werden.

LEDs haben die Welt des Lichts revolutioniert. Sie entwickeln nahezu keine Wärme, verbrauchen besonders wenig Energie und lassen sich durch ihre geringe Grösse fast überall einsetzen. Die hohe Lebensdauer rechtfertigt den eher hohen Preis verglichen mit den anderen Lichtalternativen. LEDs sind bereits dimmbar und in vielen Farbtönen erhältlich. Einziger Nachteil: Sie erzeugen verglichen mit der Glühbirne eher ein kaltes Licht.

 

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