LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK

Obwohl der Vorbesitzer einiges verfallen liess und das Objekt nicht im besten Zustand war, hat sich die Familie Bolton sofort in dieses Haus verliebt. Das eindrucksvolle Riegelhaus stammt aus dem Jahre 1770. Es ist im ganzen Kanton Zürich das einzige noch erhaltene Objekt aus dieser Zeit. Für die Boltons war es von Anfang an klar, dass sie die alten Elemente und den eigentlichen Charakter dieses Bijous wieder zum Vorschein bringen wollten.

Gute Zusammenarbeit bildet die ideale Basis
Ein Umbau eines 232-jährigen Bauernhauses ist kein alltägliches Projekt. Die Herausforderung beginnt bereits in der Planungsphase. Klar war, dass insgesamt drei moderne heimelige Wohnungen entstehen sollen. Doch wie sehen die konkreten Vorstellungen des Bauherrn aus? Welche Ideen sind realistisch und wo wird der Denkmalschutz sehr wahrscheinlich Einspruch erheben? Unsere langjährige Erfahrung, gerade beim Umbau von historischen Objekten, kam dem Bauherrn hier zugute. Unsere Projektleiter kennen sich bestens mit den vielen regulatorischen Vorlagen aus und konnten zusammen mit dem involvierten Architekten, Herrn Toni Schnellmann, den Bauherrn, Judith und Hans Züger, optimal beraten. Zudem war es sehr vorteilhaft, dass Herr Züger von Anfang an offen für unsere Ideen und Vorschläge war. Ideale Voraussetzungen für einen reibungslosen Umbau.
Für Überraschungen gewappnet sein
Das stattliche Bauernhaus musste komplett saniert und renoviert werden. Dach, Böden, Fenster, Aussenwände - die Liste war lang. Denn die Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen. Ungewiss war in der Anfangsphase, welche Bauteile repariert oder teilweise ersetzt werden mussten. In welchem Zustand waren die Holztragwerke wirklich? Erst beim Umbau würde Genaues ans Licht kommen. Eine rollende Planung und ein gutes, flexibles Zeitmanagement waren angesagt.

Ein Umbau mit viel Zeit und Geduld
Der Start des Umbaus erfolgte bereits im Januar 2015. Das Baugesuch war zwar noch nicht abgeschlossen, doch die Besitzer waren optimistisch. So wurden die Verkleidungen im Innern emsig herausgerissen. Und dann kam der unerwartete Stopp. Die Gemeinde bemerkte, dass bereits in der Vergangenheit Fördergelder vom Denkmalschutz dem Vorbesitzer ausbezahlt worden waren. Dies erforderte eine Vereinbarung zwischen kantonaler Denkmalpflege, Zürcher Heimatschutz sowie Gemeinde. Es galt zu definieren, welche Elemente des Riegelhauses intakt zu erhalten seien. Abgesehen vom enormen Zeitverlust war dies kein Problem für den neuen Besitzer, der sowieso beabsichtigte, so viel Altes wie möglich zu erhalten. Im März letzten Jahres konnte der Umbau dann endlich wieder in Angriff genommen werden. Der Umzug ins neue Heim erfolgte dann ein Jahr später.

Der richtige Partner für den historischen Umbau
Die Familie Bolton hatte von Anfang an klare Ideen, was den Umbau ihres neuen Heims betraf. Sie wollten eine Totalsanierung vom Keller bis zum Dachgeschoss. Dieser sollte zudem mit Gaube ausgebaut werden. Ebenfalls mussten die Heizung, die sanitären Anlagen sowie die elektrischen Installationen erneuert werden. Beim kompletten Umbau wollten sie so viel Antikes wie möglich erhalten. Die alten Elemente des Riegelhauses sollten nicht nur zum Vorschein gebracht, sondern auch ins richtige Licht gerückt werden. Die Wahl des richtigen Partners war daher von zentraler Bedeutung. "Es war schön zu sehen, wie die Mitarbeiter der Walter Kälin Holzbau AG vom alten Haus und seinem Charme angesteckt wurden. Die Achtung vor der alten Materie sowie die Liebe zum Detail waren bei jedem Einzelnen gut zu spüren.", meinte Frau Bolton mit einem Schmunzeln im Gesicht. Die Flexibilität des Baupartners sprach ebenfalls für den Holzbauer aus der Region. Denn die Familie Bolton wollte viele Arbeiten selber übernehmen. Und da ist Beratung, Koordination und gute Planung angesagt.

Englischer Landhausstil in Oetwil am See
Die Bauherren, die ursprünglich aus England stammen, sind richtig verliebt in alte Möbel und Gegenstände. Frau Bolton, die ein Flair für Innenarchitektur hat, schwärmt vom Charme ihres Riegelhauses: "Das alte Haus mit seinen knarzigen Türen, der wohlige Kachelofen sowie die schönen Holzelemente haben es mir einfach angetan." Frau Bolton reparierte viele antike Möbel selber. Sogar die Bemalung des Ofens hat sie persönlich aufgefrischt. Herr Bolton hingegen ist für die grösseren Sachen zuständig. In seiner neuen modernen Werkstatt kreiert er fleissig verschiedene Holzelemente für das neue Heim. Die Bauherren reisen auch mit Anhänger nach England, um ausgesuchte Lampen, Dekoartikel oder spezielle Möbelknöpfe zu besorgen. Anderes muss aus Deutschland importiert werden. Denn in der Schweiz scheint der Country Look oder Landhausstil leider nicht so verbreitet zu sein.

Ein Heim, in dem viel Liebe steckt
Entstanden ist ein hübsches Haus, dessen Umbau zwar nach rund zwei Jahren noch nicht ganz abgeschlossen ist, aber in dem viel Liebe steckt. Das Dachgeschoss ist nicht wieder zu erkennen. Ein grosszügiger Ankleideraum, der jedes Frauenherz höher schlagen lässt. Ein stilvoll eingerichtetes Badezimmer mit freistehender Badewanne und antiker Kommode als Lavabo sowie und ein gemütliches Elternschlafzimmer. Auch die Kinderzimmer mit den alten Holztüren lassen keine Kinderwünsche offen. Schön dekoriert und mit viel Platz zum Austoben und Spielen. Im ersten Stock ist das grossflächige Gästezimmer anzutreffen. Auch hier wurden die Möbelstücke einzeln gewählt, restauriert und perfekt in Szene gesetzt. So erzeugt das Bett vor der antiken Holzbalkenwand einen gelungenen Kontrast.

Im Erdgeschoss besticht die riesige Küche. Die alten Holzbalken kombiniert mit den hübschen blauen Kacheln und der cremefarbigen Küche verleihen dem Raum die gewünschte Landhausstilnote. Im Eingang ist noch die alte Küche aus dem 18. Jahrhundert anzutreffen. Damals wurde noch mit Herd und offenem Feuer gekocht. Die Stube bestand früher aus zwei Räumen und einer Treppe, die ins obere Geschoss führte. Heute ist hier ein wohnlicher heller Raum anzutreffen, in dem sich die Familie für gemütliche Stunden trifft. Die kleinen alten Fenster wurden zwar ausgewechselt, aber der Stil wurde bewusst beibehalten. Der alte grüne Kachelofen sorgt nach so langer Zeit immer noch für angenehme Wärme im Haus.

Eine imposante massgeschneiderte Eichentreppe verbindet die verschiedenen Stockwerke vom Dach- bis ins Untergeschoss. Unten sind Waschküche, Home Cinema, Fitnessraum mit Sauna sowie Naturkeller untergebracht. Diese Ebene ist noch nicht abgeschlossen. Sie geniesst bei den Bauherren verständlicherweise lediglich zweite Priorität. Das Wichtigste, die moderne Wärmepumpe und die neue Heizung, sind jedoch von Anfang an einwandfrei im Betrieb.

Auch bei den Umgebungsarbeiten muss sich die Familie Bolton gedulden. Zum Glück haben sie noch etliche Ideen und Pläne, die sie umsetzen wollen, so dass Zeit für sie kein Thema zu spielen scheint. Ein neuer Teich mit hübscher Brücke, eine grüne Wiese rund ums Haus und natürlich eine gemütliche Lounge. Die Möbel liegen schon bereit. Wir sind gespannt, wie sich das einmalige Riegelhaus in Oetwil am See weiterentwickelt und freuen uns auf unseren nächsten Besuch!

Das Dachgeschoss vor dem Umbau Das neue Badezimmer
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