Doppelter Beweis in Zug: Holzhochhäuser sind die Zukunft des Bauens

Das erste Holzhochhaus der Schweiz steht seit Sommer 2018 in Risch Rotkreuz. Mit zehn Stockwerken und 36 Metern Höhe thront es auf dem Areal Suurstoffi. Die Immobilienfirma Zug Estates ist von der Nachhaltigkeit, der kurzen Bauzeit sowie der Wirtschaftlichkeit der Holzbauweise dermassen überzeugt, dass sie auf dem gleichen Areal ein noch höheres Projekt lanciert: ein 60 Meter hohes Holzhochhaus namens Arbo.

Aussenbild S22

 

Suurstoffi – ein Vorzeigeareal
Auf dem ehemaligen Industrie-Areal Suurstoffi in Risch Rotkreuz entsteht ein durchmischtes Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten gleichermassen Platz finden. Das Areal hat zudem eine klare Mission: null CO2-Emission. Dabei bezieht sich die Nachhaltigkeit nicht nur auf die Energieversorgung mit solarer Energie und dynamischen Erdspeicher, sondern auch auf das autofreie Gelände und die Förderung der Elektromobilität mit eigenen Elektrizitäts-Zapfsäulen. Ein Areal-Energiekonzept , das in dieser Form schweizweit einzigartig ist.

Suurstoffi Areal Risch Rotkreuz

Das zukunftsweisende Areal Suurstoffi: Foto: Zug Estates

 

Holzbau – nachhaltiger geht nicht
Den Abschluss des Areals bildet passenderweise ein zehnstöckiges Bürogebäude mit einer Höhe von 36 Metern – das erste Holzhochhaus der Schweiz. Gemäss Architekt Daniel Krieg waren die Faktoren Nachhaltigkeit und Zeit die ausschlaggebenden Kriterien für den Holzbau. Holz benötigt in der Herstellung, beim Transport, bei der Montage und im Rückbau wesentlich weniger Energie als andere Baumaterialien. Verglichen mit Stein oder Beton verringert es den Kohlendioxid-Ausstoss um mehr als 50 Prozent und wirkt sich durch seine CO2-bindenden Eigenschaften positiv auf die Ökobilanz aus.

Holz ist eine Ressource, die in der Schweiz schneller nachwächst, als sie verbraucht wird. Jährlich produzieren unsere Wälder rund 10 Millionen Kubikmeter Holz, genutzt wird bis anhin lediglich die Hälfte. Fazit: Die Holzbauweise ist klarer Vorreiter des nachhaltigen CO2-neutralen Bauens. Nachhaltiger geht nicht.


Schneller und auch wirtschaftlich sinnvoll

Holzhochhaus S22

Das erste Holzhochhaus der Schweiz: Foto: Zug Estates

 

In nur gerade zwei Jahren wurde das Holzhochhaus fertiggestellt. Rund vier Monate schneller als ein üblicher Betonbau, was wiederum vier Monate mehr Mieteinnahmen bedeutet. Wie kommt diese Zeitersparnis zustande? Rund 1‘400 Elemente konnten in der Werkhalle vorproduziert, mit Fenster ausgerüstet, fertig abgedichtet und mit der ganzen Haustechnik versehen werden. Und zwar wetterunabhängig und im Vorfeld. Geliefert wurden die sogenannten Fertigelemente „just in time“, d.h. erst bei Bedarf und via Lufweg. Ein weiterer Vorteil bei einem Grossbauprojekt, bei dem der Platz für alle beteiligten Handwerker und deren Produktionsmaterial limitiert ist.Die Alufassade lässt den Holzbau dahinter erahnen. Foto: Zug Estates

Das Hochhaus wurde Geschoss per Geschoss aus der Luft montiert und zwar alle zehn Tage eines. Eine Riesengeschwindigkeit, die nur dank perfektem Zusammenspiel erreicht werden konnte. Das erste Holzhochhaus hat bewiesen, dass dank professioneller Vorbereitung, gutem Zeitmanagement und modernen digitalen Prozessen der Holzbau heute gleich teuer wie ein gewöhnlicher Bau kommt und somit ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll ist.

 

Holz und Beton – eine durchdachte Kombination
Obwohl wir von einem Holzhochhaus sprechen, sind Betonelemente sehr wohl anzutreffen. So zum Beispiel in der Tiefgarage, im Liftschacht oder im Parterre. Aus brandschutztechnischen oder aus statischen Gründen. Und wer nun glaubt, dass Holzbauten brandgefährdeter sind, irrt sich. Heute wissen die Experten, dass sich das Holz im Brandfall sehr „gutmütig“ verhält. Dicke Balken sind schwer anzuzünden und verkohlen in einem allfälligen Feuer an der Oberfläche. So entsteht eine ideale Schutzschicht. 

Das Bürogebäude besteht aus 85 Prozent Holz wie Buche, Fichte oder Tannen. Die Hälfte stammt sogar aus Schweizer Produktion. Der sogenannte Ferrari unter den Hölzern ist die Baubuche, ein Furnierschichtholz aus Buchenholz, das in einem hochtechnologisierten und wirtschaftlichen Verfahren hergestellt wird. Die Baubuche weist eine hohe Tragfähigkeit auf und dies sogar bei schlanken Dimensionen. Ideal für den Sichtbereich oder überall dort, wo hohe Lasten getragen werden müssen.

Der Architekt ist vom Werkstoff Holz überzeugt und setzt dieses auch gerne als architektonisches Stilmittel ein. Einzelne Holzelemente bleiben im Endbau sichtbar und schaffen eine angenehme Atmosphäre in den grosszügigen Räumen. 

 

Beitrag von „Schweiz aktuell“, 26. September 2017: SRF Schweizer Radio und Fernsehen.

 

Höheres Holzhaus bereits in Realisation
Die Immobilienfirma Zug Estates ist zuversichtlich, dass es keine eigentlichen Grenzen für Holzhochhäuser gibt und plant auf demselben Areal gleich ein weiteres: Ein 60 Meter hohes Holz-Beton-Hybridhochhaus. Es entsteht neben dem Bahnhof Risch Rotkreuz als Auftakt zum Areal und ist Teil des neuen Campus der Hochschule Luzern. Das Gebäude hat sogar einen Namen erhalten: Arbo – auf Lateinisch Baum. Das Investitionsvolumen beträgt stolze CHF 185 Mio. (erstes Holzhochhaus ca. CHF 55 Mio.) Im Herbst dieses Jahres soll das Unigebäude fertiggestellt werden. 

Arbo Campus Luzern

Arbo – das zwar nicht erste, doch zurzeit höchste Holzhochgebäude der Schweiz. Foto: Zug Estates

 

Holzhochhäuser liegen im Trend
Weltweit liefern sich zurzeit Architekturbüros einen Wettkampf um immer höhere Holzhäuser. Weshalb dieser Trend? Wissenschaftler schätzen, dass bis 2050 mehr als 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Der Bevölkerungszuwachs wird vor allem in den Städten zu spüren sein, wo genügend Platz bereits heute Mangelware ist. Wie soll das gehen? Sehen Sie selbst im Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunk.

 

Weitergehende Informationen:

 

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